Seit meine Tochter geboren ist, habe ich eine Heidenangst vor dem Autofahren. Vor dem selbst Fahren. Deshalb mache ich es nicht oft – was auch okay ist, weil ich nicht muss. Wenn es doch mal sein muss, weil es anders super unpraktisch wäre, bin ich schon Tage vorher aufgeregt. Am meisten Angst macht mir, neben der nervigen Parkplatzsuche, die Autobahn. Die Geschwindigkeit finde ich erschreckend. Einen Moment der Unachtsamkeit – und Unachtsamkeit passiert leicht, wenn es immer nur geradeaus geht – und schon kann etwas passiert sein. Der Bremsweg ist lang.
Früher, bevor meine Tochter da war, war mir das völlig egal. Ich bin überall Auto gefahren – in London und Irland auf der "falschen" Seite, in den USA auf einer achtspurigen Autobahn, damals noch ohne Navi. Mit drei Jungs auf der Rückbank kurz nach dem Abi von Köln nach Flensburg gebrettert, mit 150 km/h – alles kein Problem. Ich hatte Spaß.
Nach langer Fahrpause, in der ich nur ab und zu mal in der Stadt unterwegs war, bin ich in kurzen Abständen mehrmals eine für mich lange Strecke auf der Autobahn gefahren. Das erste Mal im nebeligen Dunkeln, früh morgens über die Landstraße – eine Feuerprobe! Aber ich habe es geschafft. Ich habe geatmet und mir gesagt: „Ich schaffe das!“ Ich habe mich konzentriert, mich nicht in Gedanken darüber verloren, was alles passieren könnte. Ich habe mir Musik angemacht und mich auf mein Ziel fokussiert: sicher in Hamburg ankommen.
Beim zweiten Mal war ich schon viel entspannter. Die Sonne schien, die Autobahn war relativ leer und im Vergleich zur dunklen Landstraße war das ein Kinderspiel. Zum ersten Mal seit langem fand ich es zwar aufregend, aber auch schön.
Beim dritten Mal hat es in Strömen geregnet – den ganzen Weg. Und trotzdem: Ich war da, ich bin gefahren. Und dann kam dieser Moment: Ich spürte plötzlich den Spaß am Autofahren. Mitten im Regen, mitten in den Gedanken von „Aquaplaning“ und „ich kann fast nichts sehen“, kam der Funken Freude.
Meine Angst hatte diesen Spaß jahrelang verdrängt. Ich hatte mich in Gedankenspiralen verloren, was alles passieren könnte. Und ja, es kann viel passieren – das ist mir bewusst. Aber soll ich deshalb auf etwas verzichten, das mir eigentlich Freude macht?
So ist es doch auch im Leben: Wir können immer auf Nummer sicher gehen, nichts tun, was vielleicht ein bisschen gefährlich ist oder wovor wir Angst haben. Aber wenn wir uns darauf konzentrieren, was wir wirklich wollen, nehmen wir die Angst mit, sehen sie – und gehen trotzdem weiter. Und dann, hinter der Angst, da liegt die Freude. Da, wo das Leben wirklich Spaß macht. Alles andere sind faule Kompromisse.
Also, steig ein und komm mit!
Denn dieser Weg, diese Reise, das sind nicht nur meine Erfahrungen, sondern auch deine – und unsere. In meinem Coaching öffnen wir gemeinsam einen Raum, in dem wir mutig den eigenen Weg finden. Wir lernen, mit unseren Ängsten zu tanzen, sie anzunehmen und gleichzeitig die Freude und Freiheit zu entdecken, die jenseits von alten Begrenzungen auf uns wartet. Du bist nicht allein auf deiner Autobahn. Zusammen gestalten wir die Reise so, dass sie sich leicht, echt und kraftvoll anfühlt – für dich und für deine Kinder
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